10 Jahre Dryas Verlag – Wir starten ins Jahr 2017

Happy Birthday, Dryas!

Der Dryas Verlag wird 10!

Vor 10 Tagen begrüßten wir auf unserer Facebook-Seite das neue Jahr. Doch was bringt das neue Jahr für den Dryas Verlag? Zum Einen natürlich zahlreiche neue spannende Bücher, zum Anderen feiern wir aktuell das 10-jährige Jubiläum des Verlags.

In diesem Jahr gibt es bei uns eben nicht nur einige gute Bücher auf die ihr euch freuen dürft, sondern auch Aktionen bei denen ihr mitmachen könnt. Außerdem laden wir euch herzlich ein, auf der Facebook-Seite vom Dryas Verlag mit uns zu feiern. In den 10 Jahren hat sich natürlich einiges bei uns getan. Mittlerweile haben wir zahlreiche Bücher publiziert und begleiten regelmäßig Autoren in ihrem Schreibprozess. Alles in allem also ein Grund zur Freude! Wir hoffen auf viele weiter tolle Jahre mit euch. Allerdings möchten wir euch was das Jahr 2017 angeht, nicht im Ungewissen lassen. Denn in den folgenden drei Monaten erwarten euch drei neue Bücher von drei starken Autorinnen.

Wir starten also wieder in ein buchreiches Jahr.

Welche Autoren erwarten euch in 2017?

Drei Autorinnen habe ich bereits angesprochen, doch um welche Damen des Autorenkreises geht es eigentlich? Die Rede ist, in der Reihenfolge ihres Erscheinens, von Ivy Paul, Marlene Klaus und Katharina M. Mylius. Die Bücher, um die es geht, sind: “Der Tote im Whiskey-Fass”, “Gloria und Londoner Liebschaften” und “Tödliches Blau”.

“Der Tote im Whiskey-Fass”

Cover von: Ivy A. Paul:

Ivy A. Paul: “Der Tote im Whiskey-Fass”

Als junger Mann verließ John Fallon Irland und kehrte nie wieder dorthin zurück. Nach seinem Tod reist seine Tochter Loreena auf die grüne Insel, um nach ihren Verwandten zu suchen. Kurz nachdem sie in dem Örtchen Badger´s Burrow ankommt, wird bei einer Veranstaltung eine Leiche in einem Whiskey-Fass entdeckt. Wie sich herausstellt, trug der Tote eine Visitenkarte ihres Vaters John Fallon bei sich. Loreena ist alarmiert. Wie sollte ihr verstorbener Vater etwas mit dem Tod dieses Mannes zu tun haben können? Sie forscht nach und gerät plötzlich selbst in Gefahr.

 

 

“Gloria und Londoner Liebschaften”

 

Cover von Gloria und Londoner Liebschaften

Gloria und Londoner Liebschaften von Marlene Klaus

London 1889: Lady Gloria Wingfields Projekt eines Frauenbildungsvereins nimmt Formen an. Doch am Eröffnungsabend geschieht während der Feierlichkeiten ein Mord. Das sorgt einerseits für Aufmerksamkeit für den Verein, andererseits aber für jede Menge Ärger. Zusammen mit dem Journalisten Morris beginnt Gloria, Nachforschungen anzustellen. Was ihrem Freund Lord Lyndon gar nicht gefällt. Wie sich herausstellt, hat er seine Gründe…

 

 

 

 

“Tödliches Blau”

Cover von

“Tödliches Blau” von Katharina M. Mylius

Der Trainer des Ruderclubs der Universität Oxford treibt tot in der Themse. Zunächst sieht es danach aus, als sei der Mann ertrunken. Doch dann verdichten sich die Hinweise, dass er hinterlistig ermordet wurde. Das Inspektoren-Duo Heidi Green und Frederick Collins ermittelt und findet heraus, dass sich der ehrgeizige Trainer mit seiner harschen Art viele Feinde gemacht hat. Dabei gerät ein Ruderer besonders ins Visier der Ermittler. Wenig später wird jedoch auch er tot aufgefunden …

 

 

 

Pünktlich zum Erscheinen des jeweiligen Buches wird es hier im Blog der Bakerstreet Bibliothek einige buchbezogene Beiträge geben.

Golf – Ein mörderisches Vergnügen

„Sie spielen nicht Golf, Mr Poirot?“, fragte Bex. „Ich? Niemals. Was für ein Zeitvertreib!“, antwortete der erregt. „Stellen Sie sich vor, jedes Loch hat eine andere Länge. Die Hindernisse sind nicht mathematisch angeordnet. Selbst die Grüns fallen regelmäßig nach einer Seite ab! Es gibt nur eine befriedigende Sache: die – wie werden sie doch gleich genannt? –, die Abschläge! Wenigstens die sind symmetrisch.“ (Agatha Christie: „The Murder on the Links“ (1923), Übersetzung: Reef.)

Tatsächlich betrachten wie Hercules Poirot wohl die meisten Menschen das Golfspiel als eine hochgradig irrationale Beschäftigung. Die Golfer selbst bilden hier keine Ausnahme. Allerdings haben sie zu ihrem Sport ein fast sakrales Verhältnis entwickelt, und spätestens, seitdem der Astronaut Alan Shepard 1971 zwei Golfschläge auf dem Mond vollführte, könnte man tatsächlich auf die Idee kommen, dass diesem Spiel etwas Transzendentes anhaftet.

golfonthemoonErste irdische Hinweise auf einen Zeitvertreib mit Ball und Schläger lassen sich um das Jahr 1200 ausmachen. Zu dieser Zeit begannen Menschen auf der ganzen Welt einen kleinen Ball mit einem dafür ungeeigneten Stock in ein viel zu kleines Loch zu schlagen. Die Grundidee des Golfspiels war geboren.

Die eigentliche Geschichte des modernen Golfsports beginnt allerdings unstrittig in Schottland. Dort entwickelte sich im 14. Jahrhundert eine Version des Spiels, welche sich in den Grundregeln bis heute kaum geändert hat. Die Schotten liebten diesen Sport so sehr, dass sich König James II. 1457 veranlasst sah, „ye golf“ zu verbieten. Stattdessen sollten sich seine Untertanen im Bogenschießen üben. Die Wiederholung dieses Bannspruches durch seine Nachfolger James III. (1471) und James IV. (1491) lässt jedoch die Vermutung zu, dass das Verbot nur wenig Beachtung gefunden hatte. Zudem wurde bald bekannt, dass James IV. selbst Golf spielte. Als 1502 England und Schottland Frieden schlossen, verbreitete sich das Spiel rasch in ganz Großbritannien.
Auf den Kontinent kam das „moderne“ Golf durch Maria Stuart. Die Königin von Schottland führte das Spiel in Frankreich ein. Man kann davon ausgehen, dass sie eine begeisterte Golferin war. Angeblich soll sie 1567 nur einen Tag nach der Ermordung ihres zweiten Gatten eine Runde in Musselburgh gespielt haben. Auf diesem Platz in der Nähe von Edinburgh kann man übrigens heute noch spielen – und man sollte es auch tun, denn das traditionsreichste Golfturnier der Welt, die „Open“, wurde hier zwischen 1874 und 1898 sechs Mal ausgetragen. Schon für 15 Euro lässt sich an Wochentagen auf dem Old Course Golfgeschichte atmen.

The_MacDonald_boys_playing_golf-18th_century_by-jeremiah-davison-839x1024Golf entwickelte sich schnell zu einem britischen Volkssport und ist selbst für die reserviertesten Untertanen Ihrer Majestät eine hochemotionale Angelegenheit. Fragen Sie einmal einen passionierten Insel-Golfer nach John Henrie und Pat Rogie, und er wird Ihnen – vielleicht mit Tränen in den Augen – erzählen, wie diese beiden Männer 1593 für ihren Sport in den Kerker gewandert sind. Tatsächlich saßen sie ein, weil man sie am Tage des Herrn zur Stunde des Gottesdienstes wiederholt beim Golfspielen erwischt hatte. P.G. Wodehouse widmete den besagten Rebellen die vielleicht humorvollste Sammlung von Golfgeschichten: „The Clicking of Cuthbert“ (1922). Das „kriminelle“ Verhalten dieser Herren zeigt auch einmal mehr, dass sich Golf und Verbrechen näherstehen, als man es gemeinhin vermuten würde. Es ist daher doch fast folgerichtig, dass dieser urbritische Volkssport eine lange und fruchtbare Liaison mit dem urbritischen Kriminalroman eingegangen ist. Deutsche Krimi-Fans mag das überraschen, was einfach daran liegt, dass nur sehr wenige dieser Golf-Krimis übersetzt worden sind. In den 1920er und 1930er Jahren waren sie besonders en vogue. Fast jeder berühmte und weniger berühmte Autor schrieb in dieser Zeit wenigstens einen Detektivroman, in dem diesem Spiel eine tragende Rolle zukommt. Zu nennen (weil auf Deutsch erschienen) sind hier zum Beispiel Ronald A. Knox’ „Der Mord am Viadukt“ (1925) und Rex Stouts „Die Lanzenstange“ (1934). Aber es gab auch Wiederholungstäter unter den Autoren. Herbert Adams etwa brachte es auf sieben Golf-Krimis und Agatha Christie schrieb immerhin vier Romane, in denen Golf eine gewichtige Rolle spielt. Die junge Agatha soll eine begeisterte Golferin gewesen sein und spielte regelmäßig in Churston und Torquay. Nach ihrer Scheidung von Archibald Christie soll sie den Sport allerdings aufgegeben haben. Bis heute hält sich das hartnäckige Gerücht, dass der Grund dafür das niedrigere Handicap ihrer Rivalin gewesen sei, die Archie kurze Zeit nach der Trennung von Agatha heiratete.

TheClickingOfCuthbertWie dem auch sei, ihre Kenntnisse des Golfsports zeigen sich in Poirots zweitem Abenteuer „Mord auf dem Golfplatz“ (1923) ebenso wie in „Ein Schritt ins Leere“ (1934), „Kurz vor Mitternacht“ (1944) und dem siebten Marple-Krimi „16 Uhr 50 ab Paddington“ (1957). Der Golf-Krimi ist im angelsächsischen Raum bis heute ein blühendes Sub-Genre. In den Vereinigten Staaten werden ganze Serien mit golfenden Detektiven verlegt (etwa Roberta Isleibs „Cassandra Burdette Mysteries“ oder die „Lee Ofsted“-Serie von Charlotte und Aaron Elkins). Viele Autoren der Gegenwart haben sich wenigstens an einem Golf-Krimi versucht (z. B. Harlan Coban: „Back Spin“ (1997), Catherine Aird: „A Hole in One“ (2005), Ian Simpson: „Murder on the Second Tee“ (2014). Einen guten Überblick bietet die Seite http://librarybooklists.org/mybooklists/mysteriesgolf und Thomas F. Taylors „The Golf Murders“ (1997)). Auch die wohl berühmteste literarische Golfszene überhaupt entstammt der Feder eines britischen Kriminalromanautors. In „Goldfinger“ (1959) lässt Ian Fleming James Bond eine Runde mit dem gleichnamigen Erzschurken im fiktionalen Royal St Mark’s Club spielen. In der Kinoversion findet dieses grandiose Aufeinandertreffen, gespielt von Sean Connery und Gert Fröbe, übrigens auf dem Anwesen von Stoke Park (nahe Heathrow) statt. Auch auf diesem Platz lässt sich noch trefflich golfen. Das Atmen von Filmgeschichte hat allerdings seinen Preis. Im Sommer kann eine Runde dort bis zu 250 Euro kosten.

Zum Autor des Beitrags: Rob Reef wurde 1968 geboren. Er studierte Literaturwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin und arbeitet als Berater und Texter in einer Werbeagentur. Seit seiner Jugend liest und sammelt er alte Englische Detektivromane. Seine Leidenschaft für den Golfsport entdeckte er in Devon. Reef lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Berlin. Auf sein Handicap angesprochen, antwortet er: „Golf.“

Sein Golf-Krimi “Stableford” ist 2015 im Goldfinch Verlag erschienen (http://www.dryas.de/britcrime/stableford)