Fauler Zauber oder doch echte Magie? Teil 2

Besondere Kartendecks

Zu den berühmtesten Decks, einem Set aus 78 Karten, zählen das Rider Waite Tarot und das Crowley Tarot. 1910 kam die erste Auflage der Karten in Umlauf, die der Okkultist A.E. Waite gemeinsam mit dem Verlag Rider & Son bei der Künstlerin Pamela Colma Smith in Auftrag gab. Die meisten Tarots, die man heute kaufen kann, orientieren sich an den Bildern und Szenen, die Colamn Smith damals für eine kleine Summe entwarf. Die aussagekräftigen, in klaren Farben gehaltenen Bilder sind der Grund, warum das Rider Waite Tarot heute noch gern gekauft und benutzt wird. Die Bilder des Crowley oder Thoth Tarot macht eine spontane Deutung zwar ebenso leicht, bieten aber durch die enge Verknüpfung mit den Schriften und der Philosophie des Okkultisten noch mehr Deutungsansätze. Wer sich mit diesen beiden Kartendecks nicht anfreunden kann, hat heute eine fast unendliche Auswahl zur Verfügung. Von Tarotkarten mit Alienmotiven über Indianermotive bis hin zu Einhörnen und Gummibärchen gibt es fürwirklich jeden Geschmack die passenden Karten.

Große Arkana, kleine Arkana – was ist das?

Die Entwicklung der Wahrsagekarten aus den Spielkarten zeigt sich in der Unterteilung in die Arkana. In der großen Arkana findet man Karten wie »Die Welt«, »Die Liebenden«, den »Tod« oder den »Mond«, die sich aus den Trümpfen entwickelten. Und da die Farbkarten in die kleine Arkana mündeten, bestehen diese 56 Karten aus vier Reihen in den »Farben« Schwerter, Kelche, Stäbe und Münzen, ähnlich wie Asse oder Kreuz in einem regulären Spiel.

Wie legt man eigentlich Karten?

Wer das Tarot nutzt, um in die Zukunft zu blicken, hat meistens ein System, das sich über die Jahre bewährt hat. Das keltische Kreuz mit zehn Karten beantwortet komplizierte Fragen, die in einem größeren Zusammenhang gesehen werden müssen; es gibt das schlichte Dreiersystem, bei dem Karten für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufgedeckt werden. Muss es einmal schnell gehen, gibt die Tageskarte einen Hinweis auf die unmittelbare Zukunft. Bei allen Legesystemen gilt: Erlaubt ist, was gefällt.

Und sagen die Karten jetzt die Zukunft voraus oder nicht?

Heutzutage werden Tarotkarten nicht allen zur Divination, also der Voraussage der Zukunft, benutzt, sondern vor allem um Erkenntnisse über sich selbst zu sammeln. Die Archetypen auf den Trumpfkarten, aber vor allem die universelle Symbolkraft auf den Bildern führt beim Betrachter zu Assoziationen, die der Selbsterkenntnis auf die Sprünge helfen. Es gibt keine Deutungshoheit beim Betrachten der Tarotkarten – richtig ist, was der Fragende selbst sieht.

Sollte Ihnen also eine Wahrsagerin einen geheimnisvollen dunklen Fremden ankündigen oder zur Vorsicht bei Geldgeschäften raten, akzeptieren Sie die Aussagen, die Ihnen gefallen – und gestalten Ihr Schicksal selbst. Auch wenn es (manchmal) schade ist, echte Zauberei gibt es nur in Büchern.

Von unserer Autorin Natalie Winter

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