“Der Tote im Whiskey-Fass” – Fragen an die Verlegerin

In den letzten Wochen konntet ihr an dieser Stelle bereits einiges erfahren und ich hoffe, dass ich euch mit den vorangegangenen Beiträgen neugierig gemacht habe. Mit dem gestrigen Erscheinen des Buches fand das Whiskey-Special auf diesem Blog seinen vorläufigen Höhepunkt.

Heute erwartet euch hier das letzte Whiskey-Interview. Dieses Mal antwortet die Verlegerin des Dryas-Verlags selbst.

Das Kamingespräch über Whiskey mit Sandra Thoms

1. Sandra, warum ausgerechnet Whiskey?

Weil Geruch und Geschmack so wunderbar an Schottland und Irland erinnern. Und weil man nach dem Trinken warme Füße bekommt.

2. Dein Lieblingswhiskey?

Derzeit mein 16 Jahre alter Clynelish Single Malt.

3. Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Zum Burns Supper natürlich oder zu einem besonders guten Buch.

4. Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whiskey verbindet?

Eine meiner ersten Reisen nach meinem 18. Geburtstag war eine Backpackertour durch Schottland und Irland. Und da ich ja damals eben gerade volljährig war, kam ich auf die Idee, eine Tour durch eine Destille mitzumachen. Whiskey wusste ich damals zwar noch nicht zu schätzen, aber der Produktionsprozess hat mich fasziniert – die viele Arbeit und die Zeit, die in die Herstellung eines Getränks gesteckt wird. Whiskey ist seither für mich ganz untrennbar mit zwei meiner Lieblingsreiseländer, Schottland und Irland, verbunden.

Das Buch, welches ihr passend zu den Interviews näher kennenlernen solltet

Wie ihr in den letzten Beiträgen erfahren habt, geht es um das gerade erschienene Buch „Der Tote im Whiskey-Fass“ von Ivy A. Paul. Es handelt sich um einen Cosy-Crime-Krimi, der aber – trotz aller Gemütlichkeit – spannend ist. Seht selbst:
„Als junger Mann verließ John Fallon Irland und kehrte nie wieder dorthin zurück. Nach seinem Tod reist seine Tochter Loreena auf die grüne Insel, um nach ihren Verwandten zu suchen. Kurz nachdem sie in dem Örtchen Badger’s Burrow angekommen ist, wird bei einer Veranstaltung eine Leiche in einem Whiskey-Fass entdeckt.

Wie sich herausstellt, trug der Tote eine Visitenkarte ihres Vaters bei sich. Loreena ist alarmiert. Wie sollte ihr verstorbener Vater etwas mit dem Tod dieses Mannes zu tun haben können? Sie forscht nach und stößt dabei auf ein Netz aus Intrigen und Geheimnissen.“

„Der Tote im Whiskey-Fass“ – Ladies-Night des Whiskeys

Weiter geht es mit unserer gemütlichen Kaminrunde, heute ergreifen die Ladies das Wort. Wir sprechen mit Katharina M. Mylius, Ivy A. Paul, Gitta Edelmann, Katja Wündrich und Rebecca Michéle.

 

1.  Katharina M. Mylius eröffnet die Ladies-Night des Whiskeys

 

Katharina, warum ausgerechnet Whiskey?

Weil er einen einfachen Tropfen Wasser zum Helden macht.

 

Dein Lieblingswhiskey?

Redbreast 21

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Besonders zur kalten Jahreszeit

 

Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whiskey verbindet?

Da mein Mann Ire ist, hat bei uns zu Hause besonders der irische Whiskey einen hohen Stellenwert. „Uisce beatha“, übersetzt „Wasser des Lebens“, wie Whiskey in Irland genannt wird, wird vor allem in der Erkältungszeit getrunken. Getreu dem irischen Sprichwort „Was Butter (bevorzugt Kerrygold) und Whiskey nicht heilen, das kann man nicht heilen“ wird dann ein sogenannter „Hot Toddy“ gemischt. Das ist ein Heißgetränk bestehend aus Whiskey, Wasser, Honig, etwas Zitrone und Nelken. Nach dem Genuss des irischen Zaubertranks lässt es sich selig schlafen und am nächsten Tag ist die Erkältung meist vergessen. Und falls nicht, hat man einen triftigen Grund, den guten irischen Tropfen erneut aus dem Schrank zu holen …

 

2.  Ivy A. Paul kommt hinzu

Ivy, warum ausgerechnet Whiskey?

Weil jeder Schluck nach Irland und Freiheit und Melancholie und Sehnsucht schmeckt …

 

Dein Lieblingswhiskey?

Also ein Ire? Dann ist’s natürlich Tullamore Dew, hab noch nie einen getrunken, der nicht gut schmeckte 😉

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Am liebsten nach einem erfolgreichen Arbeitstag, ganz allein für mich. Nur ich, der Whiskey und ein guter Film.

 

Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whiskey verbindet?

Meine Leidenschaft für Whiskey ließ mich gerade in den ersten Jahren vergessen, dass der irische Name „uisce beatha“ = „Wasser des Lebens“ nichts daran ändert, dass es Alkohol ist. Und so habe ich für den 4. Geburtstag meines Ältesten einen Whiskey-Schokoladenkuchen gebacken.

Das wäre grundsätzlich nicht so dramatisch gewesen, wenn es sich bei der Hälfte der Gäste nicht um gleichaltrige Kinder gehandelt hätte und in dem Kuchen rund 1/4 l Whiskey verbacken worden wäre.

Der Kuchen schmeckte super, wirklich. Nur eben sehr stark nach Whiskey.

Nie in meinem Leben habe ich mich mehr geschämt für meine Liebe zum Whiskey als an diesem Nachmittag.

 

Autorin und Canterbury-Liebhaberin Gitta Edelmann3.  Gitta Edelmann tritt hinzu

Gitta, warum ausgerechnet Whiskey?

Ganz einfach, er schmeckt mir. Whiskey, genauer gesagt Single Malt, ist das einzige „harte“ Getränk, das ich mag.

 

Dein Lieblingswhiskey?

Laphroaig

 

Dazu gibt es eine kleine Geschichte. Anfang der 80er Jahre reiste ich mit meiner Freundin durch Schottland und wir kamen recht bald an die Nordwestküste. Dort wollten wir erstmals richtig schottischen Single Malt Whiskey probieren, von dem wir bis dahin nur gelesen hatten. In dem kleinen Örtchen Laide, wo wir unser Zelt aufgeschlagen hatten, gab es außer dem Campingplatz und ein paar Häusern nur einen Mini-Shop mit Post Office und einer Zapfsäule, also fuhren wir hinüber nach Aultbea in den Pub des Aultbea Hotels.

Dort bestellten wir mutig: „Two single malt whiskeys, please.“

Der ältere Mann hinter der Bar beäugte uns amüsiert, lehnte sich dann zu uns, zwinkerte und fragte: „You want a good one?“

Wir nickten natürlich eifrig und er schenkte uns ein: Laphroaig. Vielleicht hatte er gedacht, das intensive, torfig-rauchige Aroma würde uns abschrecken, vielleicht aber wollte er uns auch gleich richtig auf den Geschmack bringen. Letzteres ist ihm gelungen.

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Fangen wir damit an, wann ich keinen trinke: im Sommer, wenn es heiß ist. Ansonsten? Ich liebe ein „wee dram“, wenn ich ein wenig feiere, z. B. wenn ich ein Manuskript abgeschlossen habe. Oder wenn es sonst wie gerade passt – ich weiß, das ist jetzt ein wenig schwammig, aber subjektive Stimmungen lassen sich nicht immer erklären. Natürlich auch, wenn ich mit jemandem zusammensitze, der/die meinen Hang zum schottischen Lebenswasser teilt. Oder gleich mit einer ganzen Gruppe „Mörderischer Schwestern“ ;-).

 

4.  Katja Wündrich trinkt auch gerne Whiskey

Katja, warum ausgerechnet Whiskey?

Weil es ein Getränk ist, über das sich wunderbar fabulieren lässt. Jede Abfüllung ist anders, jeder Dram erzählt eine andere Geschichte.

 

Dein Lieblingswhiskey?

Schwer zu sagen. Ich liebe die unverdünnten “cask strength” Whiskeys, am liebsten die von der Insel Islay.

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Auf Berggipfeln, im Pub und natürlich Freitagabend am heimischen Feuer.

 

5.  Rebecca Michéle vervollständigt die Runde

Rebecca, warum ausgerechnet Whiskey?

Whiskey ist nicht nur einfach ein Getränk, Whiskey zu trinken ist eine Lebenseinstellung. Aqua vita – Wasser des Lebens; bereits die Römer wussten den köstlichen Gerstensaft zu schätzen. Beim Duft nach Torf und Rauch, der aus dem Glas aufsteigt, und wenn die goldgelbe bis goldbraune Flüssigkeit sich langsam auf der Zunge verteilt, dann rieche und schmecke ich die Wildheit der Highlands und die Weite des Meeres. Whiskey genieße ich in kleinen Schlucken und träume mich beim Trinken nach Schottland.

 

Dein Lieblingswhiskey?

Edradour

12 Jahre alt (aus Pitlochry)

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Wenn an eisigkalten Winterabenden das Kaminfeuer knistert, genieße ich gern einen guten Whiskey, oder auch, um bei einer besonderen Gelegenheit anzustoßen. Im Winter trinke ich eher Whiskey als im Sommer, denn ich mixe diesen niemals mit einem anderen Getränk, sondern genieße ihn pur. Wir haben immer so um die 10 bis 12 verschiedene Sorten in der Bar vorrätig.

 

Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whiskey verbindet?

Bei meinem letzten Aufenthalt in Edinburgh besuchten wir ein Restaurant, in dem alle Gerichte mit Whiskey zubereitet werden, über 200 Single Malt im Angebot sind und damit geworben wird, dass das Angebot alle (!) Whiskeys aus Schottland umfasst. Als ich mir Edradour bestellte (siehe oben), kannte der Barkeeper diese Marke allerdings nicht. Er holte seinen Chef, der ganz verlegen wurde und meinte, er kenne Edradour zwar, sie hätten ihn aber nicht im Angebot.

Ich bestellte dann meinen zweitliebsten Whiskey: Glen Elgin.

Erneutes bedauerndes Kopfschütteln – auch nicht im Angebot. Anmerkung: Edradour sowie Glen Elgin zählen zu den feinsten Whiskeys Schottlands.

Schließlich entschieden mein Mann und ich uns für einen Aberlour und der Chef meinte: „Die gehen aufs Haus und wir werden unseren Slogan überdenken müssen.“

 

Das in Schottland Whiskey in allen Lebenslagen Verwendung findet, zeigt das Foto (rechts) – aufgenommen in eben diesem Restaurant in Edinburgh.

 

6.  Wie es nächste Woche weitergeht

Nächste Woche wird Sandra Thoms an dieser Stelle über ihre Lieblingswhiskeys Auskunft geben. Denn die Verlegerin trinkt auch gerne mal den ein oder anderen Whiskey – bei passender Gelegenheit.

„Der Tote im Whiskey-Fass“ – Autoren sprechen über Whiskey

In den letzten Beiträgen habe ich euch in die Whiskey-Welt einzuführen versucht. Unsere Autoren jedoch sind schon längst in besagter Welt angekommen.

Mit jedem Einzelnen habe ich kürzlich über ihre Lieblingssorten gesprochen und so vielschichtige Gespräche miterleben dürfen. Euch möchte ich heute daran teilhaben lassen. So mancher präsentiert dabei nicht nur seinen individuellen Geschmack, sondern gibt auch noch die ein oder andere Anekdote zum Besten.

1.  Rob Reef eröffnet die Runde

Rob, warum ausgerechnet Whisky?

 

Ja warum eigentlich? Das Whiskytrinken überlasse ich in der Regel meinen Protagonisten! Ich trinke eher um den Whisky herum. Mal einen Single Malt, wenn er mir angeboten wird, aber ich reiße mich nicht darum.

 

Dein Lieblingswhisky?

 

Mein Lieblingswhisky ist Teil eines Whiskycocktails: dem Brooklyn.

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whisky?

 

Mal in einer Bar mit Freunden, lieber in einem Pub nach einer Wanderung durch die Highlands. Aber am liebsten schaue ich anderen dabei zu und bestelle mir ein Pint Lager.

 

2.  Robert C. Marley ergänzt die Runde

Robert, warum ausgerechnet Whisky?

 

Weil mich Whisky – abgesehen vom eigentlichen Genuss – immer an drei wunderbare Tugenden der Schotten erinnert: Hingabe, Geduld und ihren großen Vertrauensvorschuss Fremden gegenüber.

 

 Dein Lieblingswhisky?

 

Mit Whisky ist es bei mir wie mit chinesischem Essen – lange Zeit dachte ich, das sei einfach nichts für mich. Heute weiß ich beides zu schätzen. Aber ich trinke ihn einfach zu selten, um einen Lieblingswhisky zu haben.

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whisky?

Immer nur dann, wenn mir jemand, der sich wirklich damit auskennt, einen speziellen Whisky empfiehlt. Aber dann genieße ich ihn auch.

 

Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whisky verbindet?

 

Oh, viele. Und die meisten haben mit dem oben erwähnten Vertrauensvorschuss zu tun. Ich will mal eine erzählen:

Ende der 90er Jahre waren meine Frau und ich in Großbritannien unterwegs, um in einem ungeklärten Kriminalfall zu recherchieren, fanden das Herrenhaus aber nicht, in dem sich das Verbrechen 1910 ereignet hatte. Während wir auf einem Feldweg standen und auf der Motorhaube unsere Karte studierten (denn Navis gab es damals noch nicht), sprach uns ein älteres Ehepaar an. Sie fragten uns, ob wir uns verfahren hätten und ob sie helfen könnten. Wie sich herausstellte, bewohnten sie genau das Haus, das wir gesucht hatten. Und obwohl man erst einen Monat zuvor bei ihnen eingebrochen hatte, luden sie uns – zwei wildfremde Touristen – nicht nur zu einem Rundgang durch ihr Anwesen, sondern auch zu Tee und später sehr altem Whisky ein. Ein unglaubliches Erlebnis!

 

3.  Die Herrenrunde wird um eine Dame (Mara Laue) erweitert

Mara, warum ausgerechnet Whisky?

Weil Whisky (natürlich nur Single Malt!) ein Göttergetränk und als solches absolut konkurrenzlos ist. Er schmeckt einfach wahnsinnig guuuuut!

 

Dein Lieblingswhisky?

Talisker, 18-jährig, in Amorosofässern gefinisht. Göttlich, köstlich, wunderbar!

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whisky?

Zum Geburtstag, zu Weihnachten, bei jedem neuen Vertragsabschluss und nach jeder Buchneuerscheinung. Macht alles in allem ungefähr 1 Gläschen pro Monat.

 

Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whisky verbindet?

Als ich das erste Mal Schottland besuchte, im Jahr 1987, besichtigte ich auch Cawdor Castle bei Inverness, das Schloss, das in „Macbeth“ eine Rolle spielt (da, wo die Hexen im Wald orakeln). Über einem Türsturz hing ein Langbogen aus Eibenholz. Da ich ein sehr begeisterungsfähiger Mensch bin, machte ich aus meiner Bewunderung für das wirklich herrliche Stück keinen Hehl. Das hörte der Touristen-Guide, der gerade eine Führung beendet hatte. Er gesellte sich zu mir, wir fachsimpelten über Bogenbau und Bogenschießkunst und er lud mich zu einer Tasse Tee ein. Dabei kam das Gespräch auch auf Whisky. Als er erfuhr, dass ich noch nie einen Single Malt getrunken hatte, kredenzte er mir einen. Ich weiß nicht mehr, welcher es war, aber der Geschmack war so wundervoll, dass ich seitdem ein Single-Malt-Fan bin. Die nette Unterhaltung mit dem Guide endete, als er die nächste Führung einer Touristengruppe absolvieren musste. Erst in dem Moment, als er sich ihnen vorstellte, habe ich erfahren, dass der Mann kein einfacher Guide war, sondern der Hausherr persönlich, der Earl of Cawdor, mit dem ich eben mal so Tee und Whisky getrunken und geplauscht hatte. Man kann also sagen, dass der Earl of Cawdor schuld ist an meiner Whiskybegeisterung.

 

4.  Wie es nächste Woche weitergeht

In der nächsten Woche erwarten euch an dieser Stelle noch weitere spannende Autoren und ihre Lieblingswhiskeys.

“Der Tote im Whiskey-Fass” – Über die Geschichte und Herstellung des Whiskeys

Schon in meinem letzten Beitrag sprach ich über den Streit, wer eigentlich den Whisk(e)y erfunden hat. Doch wie es zu dieser Auseinandersetzung kam und welche historischen Aspekte es sonst noch über den Whisk(e)y zu berichten gibt, das erfahrt ihr heute hier.

 

Ein Streit erregt die Gemüter

 

Die besagte Auseinandersetzung zwischen den beiden großen Whisk(e)y-Nationen Schottland und Irland dreht sich hauptsächlich darum, in welchem der beiden Länder der Whisk(e)y erstmals urkundlich erwähnt wurde. In Schottland gibt es ein Schriftstück aus dem Jahr 1494, in dem ein Mönch mit Namen John Cor beauftragt wird, acht Fässer „Wasser des Lebens“ herzustellen. Hierbei handelte es sich um ein Malz-Destillat. In Irland gibt es aus besagter Zeit keine Nachweise mehr. Die Rezeptur zur Herstellung von Whiskey und das Wissen um die Gewinnung von Alkohol wurde ab dem 11. Jahrhundert durch Reisende (vermutlich Mönche) weitergetragen, somit könnte man davon ausgehen, dass die Iren trotz fehlender Urkunden die Entdecker oder Erfinder des Whisk(e)ys waren. Ihre Kontakte nach Rom, von wo aus die Mönche gekommen sein sollen, waren nämlich enger als das Netzwerk zwischen der Kirche und Schottland. Auch heute noch gilt Irland als katholisches Land, wohingegen Schottland eher der Church of Scotland zugehörig ist.

 

Vom Getreidewein zum Whiskey

 

Die Whiskey-Tradition beruht vor allem darauf, dass es in den nördlicheren Regionen Europas keine Trauben gab und somit kein Wein hergestellt werden konnte. Also stellte man Getreidewein her, der „Liquid bread“ bezeichnet wurde, eine frühe Form des heutigen Bieres. Später wurde dieses dann als Ausgangsmaterial für Whiskey verwendet. Das Wissen um die Technik des Destillierens dürfte dann über die schottischen Lowlands weitergetragen worden sein. Hier hatten viele irische Familien Verwandtschaft.

 

Moderne Verfahren für besseren Geschmack

 

Da man jedoch die modernen Techniken, die heute bei der Whiskeyherstellung zum Einsatz kommen, nicht mit den damaligen vergleichen kann, dürfte der erste Whiskey nicht nur grauenhaft geschmeckt haben, er wird auch nicht ohne gesundheitliche Nebenwirkungen gewesen sein. Vermutlich wurde er mit Kräutern versetzt, die einen medizinischen Nutzen hatten.

Auch das Reifen in Fässern war damals noch unbekannt. Whiskey wurde direkt nach der Herstellung konsumiert. Für den Transport jedoch wurden bereits Fässer eingesetzt, was die Menschen im Laufe der Zeit womöglich auf die Vorteile des Reifens hinwies.

 

Ursprünge des Wortes

Das Wort „Whisk(e)y“ findet seinen Ursprung im Gälischen und bedeutet dort „Wasser des Lebens“.

 

Der Durchbruch des Whisk(e)ys

 

Dass sich die Herstellung des Whisk(e)ys immer weiterentwickelte, ist selbstredend. Wirklich bekannt und weltweit getrunken wurde er jedoch erst zwischen 1850 und 1880, als es das Weinangebot knapp war. Die französischen Reben waren einer Reblausplage zum Opfer gefallen.

Heutzutage gibt es neben den klassischen oder traditionellen Whisk(e)y-Destillerien weltweit Hersteller.

“Der Tote im Whiskey-Fass” – Welche Whiskey-Typen gibt es?

Neulich auf Facebook stellte sich die Frage: Was mögt ihr eigentlich lieber, Whiskey, Bier oder Wein? Diese Frage dürft ihr natürlich weiterhin gerne beantworten.

Heute jedoch möchte ich auf einen anderen Themenbezug im Bereich Whiskey zu sprechen kommen. Worum es geht, sind die einzelnen Whiskey-Typen. Die Antworten einzelner Autoren beinhalteten ja schon Fachbegriffe wie „Malt“ oder „Single Malt“. Darüber hinaus gibt es auch noch Scotch, Irish, Blend, Bourbon und Rye. Doch was ist ein Scotch, ein Irish, ein Single Malt oder auch ein Blend?

“Scotch” und “Irish”

Der „Scotch“ oder auch der „Irish“ dürften euch inzwischen bekannt sein: Ich habe sie euch bereits beim letzten Mal erklärt, als ich auf die unterschiedlichen Schreibweisen des Whiskeys zu sprechen kam. Bei diesen beiden Arten handelt es sich einfach nur um die unterschiedlichen Herkunftsländer. Geschmacklich sind die Wiskeys natürlich verschieden, aber darauf möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Vielmehr möchte ich euch erklären, was ein sogenannter „Single Malt“ ist und was ein „Blend“.

Der „Blend“

Der „Blend“ ist ein gemischter Whiskey, der sich sowohl in der Sorte als auch in der Brennerei unterscheidet. Nun mag der eine oder andere von euch denken, dass man den Unterschied nicht schmeckt, aber man schmeckt ihn durchaus. „Blended Whiskey“ erhält seinen Charakter durch verschiedene Anteile der Whiskeys aus unterschiedlichen Brennereien, da jede Brennerei aufgrund ihrer Herstellungsweise ein anderes Aroma produziert. Bei den bekannten Sorten ist das Verhältnis immer gleich, damit sich der jeweils individuelle Geschmack nicht verändert. Um die Masse der „Blends“ zu produzieren, gibt es „Malt Whiskey“-Brennereien, die ausschließlich für die „Blended Whiskey“-Industrie brennen und infolgedessen keine „Single Malts“ abfüllen.

Der „Single Malt“

Der „Single Malt“ hingegen ist ein wenig „ordentlicher“ gemischt. Er enthält lediglich die Sorten einer Brennerei. Somit ist es kein Verschnitt aus mehreren Whiskey-Sorten. Als Getreide wird vor allen Dingen Malz eingesetzt. Die Auszeichnung, ein „Single Malt“ zu sein, ist dabei ein Prädikat. Diese Whiskeys reifen durch längere Lagerzeiten und haben dadurch einen intensiveren Geschmack.

Der Whiskey im Roman

Diese Unterscheidungen spielen im Roman „Der Tote im Whiskey-Fass“ von Ivy A. Paul natürlich eine untergeordnete Rolle. Dennoch ist es für euch sinnvoll, diese Kenntnisse zu haben, denn sie steigern den Genuss des Buches, womöglich bei einem guten Whiskey.

“Der Tote im Whiskey-Fass” – Was ist eigentlich Whiskey? (1)

Bier, Wein, Whiskey, Vodka oder etwas ganz anderes?

Alles eine Frage des Typs. Vermutlich habt ihr euch noch nie diese Frage gestellt, aber wenn ihr wirklich ehrlich seid, so werdet ihr feststellen, dass ihr intuitiv eines der Getränke bevorzugt, und mit großer Sicherheit bevorzugt jeder von euch ein anderes. Die Frage nach dem Getränk ist dabei eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Gerne würde ich euch an dieser Stelle zu einem Tasting der einzelnen Spirituosen einladen. Allerdings treffen wir uns an dieser Stelle nur auf einem virtuellen Parkett. Somit besteht keine realistische Chance, euch diese Getränke tatsächlich schmackhaft zu machen.

Da demnächst „Der Tote im Whiskey-Fass“ erscheint, möchte ich euch ein wenig hinter die Kulissen eines Whiskey-Tastings führen.

Doch zunächst möchte ich euch durch die Sorten des Whiskeys führen, „den“ Whiskey gibt es nicht.

Single Malt, Bourbon und Irish Whiskey – Die Qual der Wahl

Traditionellerweise kommen Whiskeys aus Irland und Schottland. Wer den Whiskey nun genau „erfunden“ hat, weiß man nicht. Genau genommen ranken sich darum einige Mythen. Auch aus den USA kommen mittlerweile eben die besagten Bourbon Whiskeys. Darüber hinaus wurde das Whiskey-Rezept auch durch die Briten nach Indien gebracht, schließlich galt Indien über viele Jahre hinweg als britische Kolonie. Heute gilt Indien hingegen als größter Whisky-Erzeuger.

Wer jetzt hier genauer mitgelesen hat, wird sich vielleicht über die verschiedenen Schreibweisen gewundert haben. Tatsächlich schreibt man Whiskey in Irland und den USA mit dem besagten „e“ und in allen anderen Ländern ohne das „e“. Was verrät uns das also über „Den Toten im Whiskey-Fass“?

Richtig, vermutlich spielt die Geschichte in Irland, und vermutlich dreht es sich um einen Toten in einer Destillerie, denn wer kauft sich schon ein ganzes Fass? Obwohl, es wäre vermutlich eine profitable Angelegenheit, da der Whiskey ja mit zunehmendem Alter immer edler wird und im Fass reift.

Ich bin mir sicher, dass ihr Mädels mit dem neuen Krimi von Ivy A. Paul eure helle Freude haben werdet, für eure Partner gibt es auch noch die „Whiskey-Trails“, um sich auf die Spuren des Whiskeys zu begeben. Ich wünsche guten Genuss.

10 Jahre Dryas – Jeder fängt mal klein an

Happy Birthday, Dryas!

Der Dryas Verlag wird 10!

10 Jahre Dryas – wir blicken zurück

Mittlerweile sind wir schon 10 Jahre alt und tatsächlich haben wir auch mal klein angefangen, kleiner als jetzt. Bei unserer Gründung hatten wir noch nicht einmal eine Auslieferung und das war nicht ganz unproblematisch, wie sich Sandra Thoms erinnert.

10 Jahre Dryas – Auch wir haben mal klein angefangen

“Das erste Büro des Verlags war in einem historischen Gebäude in der Innenstadt von Mannheim, genauer gesagt im Gründerinnenzentrum. Als ich das allererste Buch drucken lies, hatte ich noch keine Auslieferung und auch noch kein Lager, also musste ich mir die 2.000 Exemplare in das 20 qm große Büro im 2. Stock schicken lassen. Das komplette Büro war voller Bücher, es gab gerade noch einen schmalen Weg von der Tür zum Schreibtisch.
Am nächsten Tag kam ein Statiker der Stadt, die für das Gebäude verantwortlich war, vorbei und meinte: “Frau Thoms, wenn Sie nicht demnächst einen Stock tiefer sitzen wollen, weil die Decke durchgebrochen ist, müssen die Bücher leider wieder raus.” Und so kam ich damals zur ersten Verlagsauslieferung”, erzählte Sandra Thoms kürzlich und ich dachte: “Glück gehabt, dass der Fußboden des Büros gehalten hat und es nicht noch mehr Bücher waren.” Heute denke ich: “Auch gut, dass der Fußboden irgendwann wieder frei war und sich die Bücher so gut verkauft haben.”

Im Rückblick hat sich natürlich viel getan. Mittlerweile ist der Dryas Verlag nicht mehr in Mannheim und auch nicht mehr im Gründerinnenzentrum, sondern in Frankfurt angekommen. Ja, mittlerweile haben wir sogar eine Verlagsauslieferung und haben auch sonst Fuß gefasst. Inzwischen haben wir nicht nur ein Buch, sondern ein ganzes Programm, eine Backlist und einen festen Leser-Stamm. Wie sind stolz auf das, was wir erreicht haben und freuen uns bereits auf viele weitere Jahre mit euch, denn eines ist gewiss: Geschichten werden immer erzählt und ohne Geschichten wäre die Welt ein verdammt trauriger Ort. Unser Verlag lebt das Motto “Lieber barfuß als ohne Buch”.

10 Jahre Dryas Verlag – Wir starten ins Jahr 2017

Happy Birthday, Dryas!

Der Dryas Verlag wird 10!

Vor 10 Tagen begrüßten wir auf unserer Facebook-Seite das neue Jahr. Doch was bringt das neue Jahr für den Dryas Verlag? Zum Einen natürlich zahlreiche neue spannende Bücher, zum Anderen feiern wir aktuell das 10-jährige Jubiläum des Verlags.

In diesem Jahr gibt es bei uns eben nicht nur einige gute Bücher auf die ihr euch freuen dürft, sondern auch Aktionen bei denen ihr mitmachen könnt. Außerdem laden wir euch herzlich ein, auf der Facebook-Seite vom Dryas Verlag mit uns zu feiern. In den 10 Jahren hat sich natürlich einiges bei uns getan. Mittlerweile haben wir zahlreiche Bücher publiziert und begleiten regelmäßig Autoren in ihrem Schreibprozess. Alles in allem also ein Grund zur Freude! Wir hoffen auf viele weiter tolle Jahre mit euch. Allerdings möchten wir euch was das Jahr 2017 angeht, nicht im Ungewissen lassen. Denn in den folgenden drei Monaten erwarten euch drei neue Bücher von drei starken Autorinnen.

Wir starten also wieder in ein buchreiches Jahr.

Welche Autoren erwarten euch in 2017?

Drei Autorinnen habe ich bereits angesprochen, doch um welche Damen des Autorenkreises geht es eigentlich? Die Rede ist, in der Reihenfolge ihres Erscheinens, von Ivy Paul, Marlene Klaus und Katharina M. Mylius. Die Bücher, um die es geht, sind: “Der Tote im Whiskey-Fass”, “Gloria und Londoner Liebschaften” und “Tödliches Blau”.

“Der Tote im Whiskey-Fass”

Cover von: Ivy A. Paul:

Ivy A. Paul: “Der Tote im Whiskey-Fass”

Als junger Mann verließ John Fallon Irland und kehrte nie wieder dorthin zurück. Nach seinem Tod reist seine Tochter Loreena auf die grüne Insel, um nach ihren Verwandten zu suchen. Kurz nachdem sie in dem Örtchen Badger´s Burrow ankommt, wird bei einer Veranstaltung eine Leiche in einem Whiskey-Fass entdeckt. Wie sich herausstellt, trug der Tote eine Visitenkarte ihres Vaters John Fallon bei sich. Loreena ist alarmiert. Wie sollte ihr verstorbener Vater etwas mit dem Tod dieses Mannes zu tun haben können? Sie forscht nach und gerät plötzlich selbst in Gefahr.

 

 

“Gloria und Londoner Liebschaften”

 

Cover von Gloria und Londoner Liebschaften

Gloria und Londoner Liebschaften von Marlene Klaus

London 1889: Lady Gloria Wingfields Projekt eines Frauenbildungsvereins nimmt Formen an. Doch am Eröffnungsabend geschieht während der Feierlichkeiten ein Mord. Das sorgt einerseits für Aufmerksamkeit für den Verein, andererseits aber für jede Menge Ärger. Zusammen mit dem Journalisten Morris beginnt Gloria, Nachforschungen anzustellen. Was ihrem Freund Lord Lyndon gar nicht gefällt. Wie sich herausstellt, hat er seine Gründe…

 

 

 

 

“Tödliches Blau”

Cover von

“Tödliches Blau” von Katharina M. Mylius

Der Trainer des Ruderclubs der Universität Oxford treibt tot in der Themse. Zunächst sieht es danach aus, als sei der Mann ertrunken. Doch dann verdichten sich die Hinweise, dass er hinterlistig ermordet wurde. Das Inspektoren-Duo Heidi Green und Frederick Collins ermittelt und findet heraus, dass sich der ehrgeizige Trainer mit seiner harschen Art viele Feinde gemacht hat. Dabei gerät ein Ruderer besonders ins Visier der Ermittler. Wenig später wird jedoch auch er tot aufgefunden …

 

 

 

Pünktlich zum Erscheinen des jeweiligen Buches wird es hier im Blog der Bakerstreet Bibliothek einige buchbezogene Beiträge geben.

Blogtour Tag 4: “Durchbrennen nach Gretna Green”

von Sophia Farago

Du bist eine junge, englische Adelige, wir schreiben das Jahr 1811 und deine Eltern haben einer Hochzeit mit deinem Angebeteten nicht zugestimmt? Sie sagen, er sein nicht standesgemäß? Oder habe zu wenig Vermögen? Ach, du Ärmste!

Was sagst du da? Ihr wollt euch nicht abhalten lassen, und habt beschlossen, nach Greta Green durchzubrennen? In Schottland sind die Ehegesetze bei weitem weniger streng. Dort reicht es aus, seinen Heiratswillen vor irgendeinem Erwachsenen kundzutun und schon ist man unauflöslich verbunden. Auch die Eltern können nichts mehr dagegen unternehmen. Der erste Ort nach der Grenze ist Gretna Green, das erste Haus, das des Schmieds. Der ist inzwischen daran gewöhnt, Engländer vor seinem Amboss für Mann und Frau zu erklären. Er sorgt auch für die nötigen Trauzeugen und alles, was zur Zeremonie dazu gehört. Du hast gehört, er führt inzwischen sogar ein Heiratsregister und verlangt dafür nur eine geringe Gebühr. Der Weg zu diesem Schmid ist euer Ziel.

Hast du dir das wirklich gut überlegt? Die feine Gesellschaft wird die Hände zusammenschlagen. Deine Familie wird lange brauchen, um sich von diesem Skandal zu erholen. Und du und dein Mann werden von den strengkonservativen Adeligen gemieden werden. Und das sind, wie du weißt, die meisten Mitglieder der vornehmen Gesellschaft. Du sagst, dass macht dir nichts? Dieser Mann sei es wert, solche Bürden auf sich zu nehmen?

Gut, dann pass gut auf, was ich dir empfehle. Erzähle niemandem von eurem Plan! Auch nicht deiner Zofe oder deiner besten Freundin. Sicher denken sie, du bist dabei in dein Unglück zu laufen und verständigen deine Eltern. Dein Liebster will zwei Plätze in der Postkutsche buchen? Bloß nicht! Das mag zwar billig sein, aber denke an den weiten Weg! Die Kutschen sind schlecht gefedert, man teilt den Platz mit allerhand Gesindel, von den Unfällen, die durch betrunkene Postkutscher passieren, ganz zu schweigen. Nein, ein ordentliches Fahrzeug mit vier Pferden muss her.

Hinterlasse einen Brief, in dem du alles erklärst und um Verzeihung bittest. Viellicht hast du ja das Glück, und deine Eltern empfangen deinen Gemahl nach der Trauung, wenn sie merken, wie sehr du ihn liebst. Verstecke den Brief so, dass er nicht gefunden wird, bevor du einen uneinholbaren Vorsprung hast.

Nimm nur das Allernötigste mit. Je schwerer der Koffer, desto langsamer kommt ihr voran. Du brauchst kaum Kleidung, da ihr am Weg in den Norden ohnehin nicht übernachten könnt. Kein ehrbares Wirtshaus wird euch ohne Trauschein Unterkunft gewähren.

Die Zeremonie beim Schmid ist schnell vorüber und endlich seid ihr Mann und Frau. Vergiss nicht, dir ein Dokument auszustellen zu lassen, das die Eheschließung bezeugt. Am Heimweg steht euch nun jede Unterkunft zur Verfügung, die ihr euch leisten könnt. Du kannst ja jetzt stolz deinen Ehering und das Dokument vorweisen.


Hochzeitsfoto Sophia FaragoAuch Sophia Farago hat in Gretna Green geheiratet

Heutzutage gelten natürlich in England und Schottland die gleichen Ehegesetze. Mein Mann und ich sind 2001 nach Gretna Green durchgebrannt, um dort zu heiraten.

Wir mussten nicht bei Nacht und Nebel losziehen und konnten statt der Kutsche das Flugzeug nehmen. Dafür hatten wir unsere Vermählung zuerst beim österreichischen Standesamt anzumelden und alle Dokumente beglaubigt übersetzen zu lassen. Ein Priester der United Reformed Church vermählte uns vor dem Amboss des Schmids. Die Zeremonie wurde stilecht von einem Dudelsackbläser begleitet.

Die Tatsache, dass meine Kinder die beiden Trauzeugen waren beweist, dass wir nicht mehr ganz so jung waren und auch ohne Einwilligung der Eltern hätten heiraten dürfen.

 


Das Buch “Der Heiratsplan”

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LANCROFT ABBEY REIHE

England, 1811. Frederica, die älteste Tochter des verstorbenen Viscount of Panswick, träumt von einer glanzvollen Saison in London. Doch ihr Vater hat der Familie einen Berg Schulden hinterlassen.

Um wenigstens das Anwesen Lancroft Abbey zu retten, beschließt ihre Mutter, alles auf eine Karte zu setzen. Anstelle von Frederica soll zuerst die zweitälteste und schönste Tochter Penelope in London debütieren, ausgestattet mit dem letzten Bargeld.

Als sich Penelopes Anstandsdame das Bein bricht, übernimmt Frederica, als verwitwete Cousine verkleidet, ihren Part. Die ersten Versuche, Kontakt zur vornehmen Gesellschaft aufzunehmen, scheitern kläglich. Kann Frederica ihre Aufgabe doch noch erfüllen und einen reichen Junggesellen für ihre Schwester finden?

Taschenbuch, 320 Seiten; ISBN: 978-3-940855-60-2
8,95 € [D], 9,30 € [A] (erscheint bei Dryas nur als Taschenbuch)

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Kampfkunst im viktorianischen England – von Sandra Thoms

Wer Verbrecher jagt, der lebt gefährlich. Das war auch dem Meisterdetektiv Sherlock Holmes nicht entgangen, weswegen er Bartitsu als Selbstverteidigung praktizierte. Oder wie Watson in „A Study in Scarlet“ anmerkt: „… is an expert singlestick player, boxer, and swordsman“. Heute hätte Holmes vermutlich Kung Fu oder Karate beherrscht, aber damals brachte ihm sein Schöpfer Doyle Bartitsu bei, eine Kampfkunst, die zwischen 1898 und 1902 in England maßgeblich von Edward William Barton-Wright entwickelt wurde und den Spazierstock als Waffe einsetzt.

Selbstverteidigung war gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein großes Thema im viktorianischen England, es herrschte Panik aufgrund der immer brutaleren Gang-Aktivitäten in den großen Städten Europas. So war es nicht ungewöhnlich, dass Gentleman boxten, fochten oder eben andere Kampfsportarten ausübten. Zu dieser Zeit wurde auch Jiu Jitsu in Europa bekannt, das für Barton-Wright die Grundlage für seine Selbstverteidigungskunst darstellte. Dazu kamen Elemente des Savate (ein französischer Boxstil, der an Thai-Boxen erinnert), des Boxens und des Stockfechtens (Canne). Der Name Bartitsu setzt sich aus seinem Namen Barton und der Bezeichnung Jiu Jitsu zusammen.1898 gründete Barton den Bartitsu Club in Soho.

Natürlich beherrschte Holmes all diese Techniken meisterhaft – etwas, was in vielen Nacherzählungen oder Neuverfilmungen nur selten Erwähnung findet. Explizit aufgegriffen wurde es in neuerer Zeit vor allem in der Holmes-Verfilmung mit Robert Downey jr. und Jude Law als Watson.

Bartitsu wird auch heute noch gelehrt, in Deutschland vornehmlich in Wuppertal in der Schwertkampfschule „Alte Kampfkunst“. Stärker verbreitet ist Savate oder Canne mit eigenem Verband in Deutschland.


Hier ein paar Eindrücke vom Training der Schwertkampf-Schule “Alte Kampfkunst“, die genauer gesagt eine Schule für Historische Eu­ro­päische Kampfkünste mit dem Schwerpunkt Historische Fechtkunst ist. Die Fotos stellte uns Stefan Dieke zur Verfügung, der als einer der Pioniere der Historischen Fechtkunst in Deutschland gilt. Seit über 20 Jahren wimdet er sich der Erforschung, dem Training und der Vermittlung Historischer Europäischer Kampfkünste und ist ein international gefragter Experte in Sachen Historische Fechtkunst. Vielen Dank an dieser Stelle.


Die Autorin

thoms_sandra_portraet_webSandra Thoms ist die Geschäftsführerin der Verlage Dryas und Goldfinch und außerdem freie Lektorin. Mit ihrem Wissen um Verlagsabläufe und dem Überblick über den Buchmarkt beurteilt sie die Veröffentlichungs- und Verkaufschancen von eingereichten Manuskripten. Außerdem gibt sie Seminare im Bereich digitales Publizieren und bloggt unter www.miss-eyre.de .

 

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