7. Dezember: Woher stammt der Weihnachtsbaum?

Mein Name ist Marlene Klaus, ich bin die Autorin der Krimireihe um die englische Lady Gloria.
Was man nicht wissen muss, aber vielleicht erahnen kann, ist, dass die Gloria-Romane stets etwas mit der Liebesbeziehung eines bekannten fiktiven oder historischen Paares zu tun haben. Diese Paare kommen in den Romanen nicht vor, doch dienen sowohl ihre Biografien als auch einige ihrer Handlungsaspekte als Vorbilder für die agierenden Figuren. Ich begann die Reihe mit dem bekanntesten aller Liebespaare: Romeo und Julia, was am deutlichsten im Titel anklingt: „Gloria und die Liebenden von Verona“. Danach fiel die Wahl auf ein weiteres populäres Paar: Cäsar und Kleopatra. Das historische Liebespaar, das in „Gloria und die Londoner Liebschaften“ als Vorbild dient, sind Königin Victoria und ihr über alles geliebter Gemahl und Cousin Albert, ein Herzogssohn aus deutschem Hause.

Was das mit dem Weihnachtsbaum zu tun hat?

Nun, man sagt, der Brauch, an Weihnachten einen geschmückten Baum in der Stube aufzustellen, sei durch Königin Victoria und ihren deutschen Gemahl Prinz Albert in ganz Europa verbreitet worden.

The Illustrated Londons News (1848): Königin Victoria und Prinz Albert feiern Weihnachten mit ihren Kindern

The Illustrated Londons News (1848): Königin Victoria und Prinz Albert feiern Weihnachten mit ihren Kindern

Stimmt das?

Wer sich die Mühe macht und im Internet nachforscht, findet folgende Informationen:

Seinen Ursprung hat der Weihnachtsbaum im heidnischen Brauchtum. Schon vor Jahrhunderten waren immergrüne Pflanzen in heidnischen Kulturen ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Die Germanen schmückten zur Wintersonnenwende öffentliche Orte sowie ihre Häuser mit Tannenzweigen. Böse Geister sollten am Eindringen gehindert, die Hoffnung auf den nächsten Frühling genährt werden.
Im Mittelalter verzierten die Menschen Haus und Hof mit den immergrünen Zweigen von Tanne, Mistel und Wacholder. Im späten 16. Jahrhundert wurde es im Elsass Brauch, den Weihnachtsbaum mit Süßigkeiten zu schmücken; die Kerzen kamen im 18. Jahrhundert hinzu. Zunächst nur bei hohen Beamten und wohlhabenden Bürgern in den Städten, da diese ebenso wie Tannenbäume zu jener Zeit in Mitteleuropa teuer waren. Aus dieser Epoche stammt auch eine der ersten literarischen Erwähnungen des Weihnachtsbaums. In seinem Roman „Die Leiden des jungen Werther“ aus dem Jahr 1774 ist Johann Wolfgang von Goethes Protagonist kurz vor Weihnachten von einem aufgeputzten Baum mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln entzückt.
Im 19. Jahrhundert schließlich wurde der geschmückte Weihnachtsbaum allmählich zur festen Requisite in bürgerlichen Wohnzimmern. Man legte vermehrt Tannen und Fichtenwälder an, um die hohe Nachfrage zu decken. Bald gab es die ersten mundgeblasenen Glaskugeln. Es wurde Lametta entwickelt, um das Glitzern von Eiszapfen zu simulieren.
Als sich die englische Königin Victoria 1840 mit Albert von Sachsen-Coburg und Gotha vermählte, kam der Weihnachtsbaum nach London. So verbreitete er sich durch die verwandtschaftlichen Verbindungen deutscher Adelsfamilien zu den Höfen im Ausland nach und nach in ganz Europa.

Mehr zum Thema

https://www.welt.de/print-welt/article704503/Woher-kommt-eigentlich-der-Christbaum.html

https://www.meinetanne.de/weihnachtsbaum-geschichte/

Von unserer Autorin Marlene Klaus, die ihr durch die Gloria-Reihe kennt.

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