„Der Tote im Whiskey-Fass“ – Ladies-Night des Whiskeys

Weiter geht es mit unserer gemütlichen Kaminrunde, heute ergreifen die Ladies das Wort. Wir sprechen mit Katharina M. Mylius, Ivy A. Paul, Gitta Edelmann, Katja Wündrich und Rebecca Michéle.

 

1.  Katharina M. Mylius eröffnet die Ladies-Night des Whiskeys

 

Katharina, warum ausgerechnet Whiskey?

Weil er einen einfachen Tropfen Wasser zum Helden macht.

 

Dein Lieblingswhiskey?

Redbreast 21

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Besonders zur kalten Jahreszeit

 

Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whiskey verbindet?

Da mein Mann Ire ist, hat bei uns zu Hause besonders der irische Whiskey einen hohen Stellenwert. „Uisce beatha“, übersetzt „Wasser des Lebens“, wie Whiskey in Irland genannt wird, wird vor allem in der Erkältungszeit getrunken. Getreu dem irischen Sprichwort „Was Butter (bevorzugt Kerrygold) und Whiskey nicht heilen, das kann man nicht heilen“ wird dann ein sogenannter „Hot Toddy“ gemischt. Das ist ein Heißgetränk bestehend aus Whiskey, Wasser, Honig, etwas Zitrone und Nelken. Nach dem Genuss des irischen Zaubertranks lässt es sich selig schlafen und am nächsten Tag ist die Erkältung meist vergessen. Und falls nicht, hat man einen triftigen Grund, den guten irischen Tropfen erneut aus dem Schrank zu holen …

 

2.  Ivy A. Paul kommt hinzu

Ivy, warum ausgerechnet Whiskey?

Weil jeder Schluck nach Irland und Freiheit und Melancholie und Sehnsucht schmeckt …

 

Dein Lieblingswhiskey?

Also ein Ire? Dann ist’s natürlich Tullamore Dew, hab noch nie einen getrunken, der nicht gut schmeckte 😉

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Am liebsten nach einem erfolgreichen Arbeitstag, ganz allein für mich. Nur ich, der Whiskey und ein guter Film.

 

Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whiskey verbindet?

Meine Leidenschaft für Whiskey ließ mich gerade in den ersten Jahren vergessen, dass der irische Name „uisce beatha“ = „Wasser des Lebens“ nichts daran ändert, dass es Alkohol ist. Und so habe ich für den 4. Geburtstag meines Ältesten einen Whiskey-Schokoladenkuchen gebacken.

Das wäre grundsätzlich nicht so dramatisch gewesen, wenn es sich bei der Hälfte der Gäste nicht um gleichaltrige Kinder gehandelt hätte und in dem Kuchen rund 1/4 l Whiskey verbacken worden wäre.

Der Kuchen schmeckte super, wirklich. Nur eben sehr stark nach Whiskey.

Nie in meinem Leben habe ich mich mehr geschämt für meine Liebe zum Whiskey als an diesem Nachmittag.

 

Autorin und Canterbury-Liebhaberin Gitta Edelmann3.  Gitta Edelmann tritt hinzu

Gitta, warum ausgerechnet Whiskey?

Ganz einfach, er schmeckt mir. Whiskey, genauer gesagt Single Malt, ist das einzige „harte“ Getränk, das ich mag.

 

Dein Lieblingswhiskey?

Laphroaig

 

Dazu gibt es eine kleine Geschichte. Anfang der 80er Jahre reiste ich mit meiner Freundin durch Schottland und wir kamen recht bald an die Nordwestküste. Dort wollten wir erstmals richtig schottischen Single Malt Whiskey probieren, von dem wir bis dahin nur gelesen hatten. In dem kleinen Örtchen Laide, wo wir unser Zelt aufgeschlagen hatten, gab es außer dem Campingplatz und ein paar Häusern nur einen Mini-Shop mit Post Office und einer Zapfsäule, also fuhren wir hinüber nach Aultbea in den Pub des Aultbea Hotels.

Dort bestellten wir mutig: „Two single malt whiskeys, please.“

Der ältere Mann hinter der Bar beäugte uns amüsiert, lehnte sich dann zu uns, zwinkerte und fragte: „You want a good one?“

Wir nickten natürlich eifrig und er schenkte uns ein: Laphroaig. Vielleicht hatte er gedacht, das intensive, torfig-rauchige Aroma würde uns abschrecken, vielleicht aber wollte er uns auch gleich richtig auf den Geschmack bringen. Letzteres ist ihm gelungen.

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Fangen wir damit an, wann ich keinen trinke: im Sommer, wenn es heiß ist. Ansonsten? Ich liebe ein „wee dram“, wenn ich ein wenig feiere, z. B. wenn ich ein Manuskript abgeschlossen habe. Oder wenn es sonst wie gerade passt – ich weiß, das ist jetzt ein wenig schwammig, aber subjektive Stimmungen lassen sich nicht immer erklären. Natürlich auch, wenn ich mit jemandem zusammensitze, der/die meinen Hang zum schottischen Lebenswasser teilt. Oder gleich mit einer ganzen Gruppe „Mörderischer Schwestern“ ;-).

 

4.  Katja Wündrich trinkt auch gerne Whiskey

Katja, warum ausgerechnet Whiskey?

Weil es ein Getränk ist, über das sich wunderbar fabulieren lässt. Jede Abfüllung ist anders, jeder Dram erzählt eine andere Geschichte.

 

Dein Lieblingswhiskey?

Schwer zu sagen. Ich liebe die unverdünnten “cask strength” Whiskeys, am liebsten die von der Insel Islay.

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Auf Berggipfeln, im Pub und natürlich Freitagabend am heimischen Feuer.

 

5.  Rebecca Michéle vervollständigt die Runde

Rebecca, warum ausgerechnet Whiskey?

Whiskey ist nicht nur einfach ein Getränk, Whiskey zu trinken ist eine Lebenseinstellung. Aqua vita – Wasser des Lebens; bereits die Römer wussten den köstlichen Gerstensaft zu schätzen. Beim Duft nach Torf und Rauch, der aus dem Glas aufsteigt, und wenn die goldgelbe bis goldbraune Flüssigkeit sich langsam auf der Zunge verteilt, dann rieche und schmecke ich die Wildheit der Highlands und die Weite des Meeres. Whiskey genieße ich in kleinen Schlucken und träume mich beim Trinken nach Schottland.

 

Dein Lieblingswhiskey?

Edradour

12 Jahre alt (aus Pitlochry)

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whiskey?

Wenn an eisigkalten Winterabenden das Kaminfeuer knistert, genieße ich gern einen guten Whiskey, oder auch, um bei einer besonderen Gelegenheit anzustoßen. Im Winter trinke ich eher Whiskey als im Sommer, denn ich mixe diesen niemals mit einem anderen Getränk, sondern genieße ihn pur. Wir haben immer so um die 10 bis 12 verschiedene Sorten in der Bar vorrätig.

 

Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whiskey verbindet?

Bei meinem letzten Aufenthalt in Edinburgh besuchten wir ein Restaurant, in dem alle Gerichte mit Whiskey zubereitet werden, über 200 Single Malt im Angebot sind und damit geworben wird, dass das Angebot alle (!) Whiskeys aus Schottland umfasst. Als ich mir Edradour bestellte (siehe oben), kannte der Barkeeper diese Marke allerdings nicht. Er holte seinen Chef, der ganz verlegen wurde und meinte, er kenne Edradour zwar, sie hätten ihn aber nicht im Angebot.

Ich bestellte dann meinen zweitliebsten Whiskey: Glen Elgin.

Erneutes bedauerndes Kopfschütteln – auch nicht im Angebot. Anmerkung: Edradour sowie Glen Elgin zählen zu den feinsten Whiskeys Schottlands.

Schließlich entschieden mein Mann und ich uns für einen Aberlour und der Chef meinte: „Die gehen aufs Haus und wir werden unseren Slogan überdenken müssen.“

 

Das in Schottland Whiskey in allen Lebenslagen Verwendung findet, zeigt das Foto (rechts) – aufgenommen in eben diesem Restaurant in Edinburgh.

 

6.  Wie es nächste Woche weitergeht

Nächste Woche wird Sandra Thoms an dieser Stelle über ihre Lieblingswhiskeys Auskunft geben. Denn die Verlegerin trinkt auch gerne mal den ein oder anderen Whiskey – bei passender Gelegenheit.

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