„Der Tote im Whiskey-Fass“ – Autoren sprechen über Whiskey

In den letzten Beiträgen habe ich euch in die Whiskey-Welt einzuführen versucht. Unsere Autoren jedoch sind schon längst in besagter Welt angekommen.

Mit jedem Einzelnen habe ich kürzlich über ihre Lieblingssorten gesprochen und so vielschichtige Gespräche miterleben dürfen. Euch möchte ich heute daran teilhaben lassen. So mancher präsentiert dabei nicht nur seinen individuellen Geschmack, sondern gibt auch noch die ein oder andere Anekdote zum Besten.

1.  Rob Reef eröffnet die Runde

Rob, warum ausgerechnet Whisky?

 

Ja warum eigentlich? Das Whiskytrinken überlasse ich in der Regel meinen Protagonisten! Ich trinke eher um den Whisky herum. Mal einen Single Malt, wenn er mir angeboten wird, aber ich reiße mich nicht darum.

 

Dein Lieblingswhisky?

 

Mein Lieblingswhisky ist Teil eines Whiskycocktails: dem Brooklyn.

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whisky?

 

Mal in einer Bar mit Freunden, lieber in einem Pub nach einer Wanderung durch die Highlands. Aber am liebsten schaue ich anderen dabei zu und bestelle mir ein Pint Lager.

 

2.  Robert C. Marley ergänzt die Runde

Robert, warum ausgerechnet Whisky?

 

Weil mich Whisky – abgesehen vom eigentlichen Genuss – immer an drei wunderbare Tugenden der Schotten erinnert: Hingabe, Geduld und ihren großen Vertrauensvorschuss Fremden gegenüber.

 

 Dein Lieblingswhisky?

 

Mit Whisky ist es bei mir wie mit chinesischem Essen – lange Zeit dachte ich, das sei einfach nichts für mich. Heute weiß ich beides zu schätzen. Aber ich trinke ihn einfach zu selten, um einen Lieblingswhisky zu haben.

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whisky?

Immer nur dann, wenn mir jemand, der sich wirklich damit auskennt, einen speziellen Whisky empfiehlt. Aber dann genieße ich ihn auch.

 

Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whisky verbindet?

 

Oh, viele. Und die meisten haben mit dem oben erwähnten Vertrauensvorschuss zu tun. Ich will mal eine erzählen:

Ende der 90er Jahre waren meine Frau und ich in Großbritannien unterwegs, um in einem ungeklärten Kriminalfall zu recherchieren, fanden das Herrenhaus aber nicht, in dem sich das Verbrechen 1910 ereignet hatte. Während wir auf einem Feldweg standen und auf der Motorhaube unsere Karte studierten (denn Navis gab es damals noch nicht), sprach uns ein älteres Ehepaar an. Sie fragten uns, ob wir uns verfahren hätten und ob sie helfen könnten. Wie sich herausstellte, bewohnten sie genau das Haus, das wir gesucht hatten. Und obwohl man erst einen Monat zuvor bei ihnen eingebrochen hatte, luden sie uns – zwei wildfremde Touristen – nicht nur zu einem Rundgang durch ihr Anwesen, sondern auch zu Tee und später sehr altem Whisky ein. Ein unglaubliches Erlebnis!

 

3.  Die Herrenrunde wird um eine Dame (Mara Laue) erweitert

Mara, warum ausgerechnet Whisky?

Weil Whisky (natürlich nur Single Malt!) ein Göttergetränk und als solches absolut konkurrenzlos ist. Er schmeckt einfach wahnsinnig guuuuut!

 

Dein Lieblingswhisky?

Talisker, 18-jährig, in Amorosofässern gefinisht. Göttlich, köstlich, wunderbar!

 

Zu welchen Gelegenheiten trinkst du Whisky?

Zum Geburtstag, zu Weihnachten, bei jedem neuen Vertragsabschluss und nach jeder Buchneuerscheinung. Macht alles in allem ungefähr 1 Gläschen pro Monat.

 

Hast du vielleicht eine kleine Anekdote, was dich mit Whisky verbindet?

Als ich das erste Mal Schottland besuchte, im Jahr 1987, besichtigte ich auch Cawdor Castle bei Inverness, das Schloss, das in „Macbeth“ eine Rolle spielt (da, wo die Hexen im Wald orakeln). Über einem Türsturz hing ein Langbogen aus Eibenholz. Da ich ein sehr begeisterungsfähiger Mensch bin, machte ich aus meiner Bewunderung für das wirklich herrliche Stück keinen Hehl. Das hörte der Touristen-Guide, der gerade eine Führung beendet hatte. Er gesellte sich zu mir, wir fachsimpelten über Bogenbau und Bogenschießkunst und er lud mich zu einer Tasse Tee ein. Dabei kam das Gespräch auch auf Whisky. Als er erfuhr, dass ich noch nie einen Single Malt getrunken hatte, kredenzte er mir einen. Ich weiß nicht mehr, welcher es war, aber der Geschmack war so wundervoll, dass ich seitdem ein Single-Malt-Fan bin. Die nette Unterhaltung mit dem Guide endete, als er die nächste Führung einer Touristengruppe absolvieren musste. Erst in dem Moment, als er sich ihnen vorstellte, habe ich erfahren, dass der Mann kein einfacher Guide war, sondern der Hausherr persönlich, der Earl of Cawdor, mit dem ich eben mal so Tee und Whisky getrunken und geplauscht hatte. Man kann also sagen, dass der Earl of Cawdor schuld ist an meiner Whiskybegeisterung.

 

4.  Wie es nächste Woche weitergeht

In der nächsten Woche erwarten euch an dieser Stelle noch weitere spannende Autoren und ihre Lieblingswhiskeys.

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